Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wird das Wort Flamenco zum ersten
Mal schriftlich festgehalten, lange nachdem die dazugehörige
Musik entstanden ist. Über seine Herkunft gibt es (daher) verschiedene
Hypothesen. Die Basis des heutigen Flamenco setzt sich zusammen
aus Gesang (cante), Gitarre (toque) und Tanz (Baile).
Der Gesang (el cante)
Der Gesang ist auf Grund seiner arabischen Melismatik und des dorischen
Modus für Mitteleuropäer äußerst schwierig
zu verstehen Viele Texte sind mündlich überliefert und
werden wenig verändert. Jedoch findet immer wieder neue Lyrik
Eingang in den cante. Themen sind oft der Verlust oder die Unerreichbarkeit
der Liebe, das Leid und die Ungerechtigkeit. Aber auch andere Aspekte
des Lebens finden ihren Niederschlag. Es gibt übrigens mehr
als hundert eigenständige Gesänge.
Die Guitarre (el toque)
Musikalisch begleitet wird der Gesang und Tanz in jedem Fall von
der Guitarre wobei der Rhythmus die Basis ist und die musikalische
Qualitäten des Gitarristen Ausdrucksstärke und Spannung
vermitteln. Ritmische Unterstützung bekommt der Flamenco auch
von diversen Percussion-Instrumenten (cajón, Tabla etc) und
vom Klatschen (palmas). Es gibt zwei Arten von palmas: palmas claras
oder palmas agudas, die laut und peitschenden, und palmas sordas,
die leise und dumpf geklatscht werden.
Tanz (el baile)
Die TänzerInnen tragen traditionell Schuhe mit nägelbeschlagenen
Absätzen aus Holz, die dazu dienen den Rhythmus zu schlagen.
Dies geschieht allerdings nicht, wenn der Sänger seine Strophen
singt. Zwischen Gesang und Tanz herrscht also ein komplexes Wechselspiel,
das sehr strengen Regeln folgt.
Der Flamencotanz ist allerdings nicht völlig auf die rhythmische
Fußtechnik zentriert. Beim Flamenco ist jeder Teil des Körpers
involviert: Oberkörper, Arme, Hände, Finger, ja selbst
die Blickrichtung ist wichtig. Vor allem die langsamen Passagen
verlangen von einem Tänzer/einer Tänzerin sehr viel Ausdrucksstärke,
um die Spannung aufrecht zu erhalten
Der Tanz ist sehr bodenverhaftet oder “erdverbunden“
da viele Impulse im Tanz sich nach unten richten, im Gegensatz etwa
zur typischen Ballettfigur, die meist von schwebendener Leichtigkeit
durchdrungen ist.
zurück
|